Aktuelle Meldung
25.6.2010

Niederbronner Schwestern übergeben die alleinige unternehmerische Verantwortung für das St. Barbara-Krankenhaus Schwandorf an die Barmherzigen Brüder

Provinzialat der Barmherzigen Brüder
Presseinformation der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) Provinz Deutschland KdöR und des Ordens der Barmherzigen Brüder Bayerische Ordensprovinz KdöR

Luftbild des St. Barbara-Krankenhauses Schwandorf

Die TGE – gTrägergesellschaft mbH für die Einrichtungen der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) Provinz Deutschland veräußert ihre Geschäftsanteile am St. Barbara-Krankenhaus Schwandorf mit dem Ziel, das Krankenhaus in die alleinige unternehmerische Verantwortung des Ordens der Barmherzigen Brüder zu übergeben. Die Niederbronner Schwestern verstehen diesen Schritt als situationsgerechte Weiterführung des Weges, der mit der 2008 begründeten Partnerschaft mit den Barmherzigen Brüdern beschritten wurde.

Das im Jahre 1931 von der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) gegründete St. Barbara-Krankenhaus Schwandorf wurde im Jahre 2008 in eine gemeinsame Trägerschaft mit dem Orden der Barmherzigen Brüder überführt. Dieser Schritt erfolgte vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettbewerbs im Gesundheitswesen mit dem Ziel, die Zukunft des St. Barbara-Krankenhauses in Schwandorf zu sichern und die Stellung gemeinnütziger kirchlicher Krankenhausträger in der Region zu stärken und auszubauen. Die Partnerschaft zweier Orden erschien zu diesem Zeitpunkt als angemessene und zukunftsweisende Möglichkeit, den Bestand des St. Barbara-Krankenhauses angesichts der Besonderheiten des regionalen Umfeldes zu sichern. Vor allem die in vielerlei Hinsicht inzwischen verwirklichten Synergieeffekte in einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg haben seither dazu beigetragen, dass für das St. Barbara-Krankenhaus eine überaus positive Weiterentwicklung angestoßen werden konnte.

Die Zusammenarbeit beider Träger hat sich bewährt. Das Umfeld jedoch hat sich in jüngster Zukunft dramatisch verändert: Da der Landkreis Schwandorf die Veräußerung seiner von ihm betriebenen Krankenhäuser an einen privaten, kommerziellen Klinikbetreiber beschlossen hat, steigt der Wettbewerbsdruck für das St. Barbara-Krankenhaus noch einmal deutlich an. Beide Partner sind in der Analyse der derart veränderten Situation im Landkreis zu der Erkenntnis gelangt, dass die Trägerschaft des St. Barbara-Krankenhauses in einer Hand liegen sollte, um im harten Wettbewerb optimal zu bestehen. Aus diesem Grund haben sich die Niederbronner Schwestern entschlossen, das Krankenhaus in die alleinige unternehmerische Verantwortung des Ordens der Barmherzigen Brüder zu übergeben.

Die Kongregation der Niederbronner Schwestern bzw. ihre Trägergesellschaft scheidet mit Abschluss der entsprechenden Verträge zur Anteilsübereignung sowie zum Verkauf der dem Krankenhaus zuzurechnenden Grundstücke aus der Gesellschaft aus. Auf diese Weise soll eine noch engere, unmittelbare Zusammenarbeit zwischen dem St. Barbara- Krankenhaus Schwandorf und anderen von den Barmherzigen Brüdern in der Region betriebenen Krankenhäusern, insbesondere dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg, ermöglicht werden. Die Zukunftsfähigkeit des St. Barbara- Krankenhauses als kirchliches Krankenhaus wird auf diese Weise angesichts steigender Konkurrenz im Landkreis Schwandorf dauerhaft und langfristig gesichert. Die Übergabe der alleinigen unternehmerischen Verantwortung an den Orden der Barmherzigen Brüder ist damit die folgerichtige, konsequente, sach- und vor allem situationsgerechte Weiterführung des 2008 beschrittenen Weges.

Der Orden der Barmherzigen Brüder ist ein starker und kompetenter Krankenhausträger, der das St. Barbara-Krankenhaus Schwandorf weiterführen und weiterentwickeln wird vor dem Hintergrund der gemeinsamen Zielsetzung, der sich beide Ordensgemeinschaften gleichermaßen verpflichtet wissen, der Sorge für Arme, Kranke und hilfesuchende Menschen. Mit der vollständigen Einbeziehung des St. Barbara-Krankenhauses in den Krankenhausverbund der Barmherzigen Brüder werden sich für das Krankenhaus in Schwandorf Möglichkeiten der Optimierung bieten, nicht nur in wirtschaftlicher, sondern durch die Fortsetzung und Vertiefung der bisherigen segensreichen Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Regensburg vor allem auch in medizinischer Hinsicht – zum Wohle der Patientinnen und Patienten.

Die Barmherzigen Brüder werden auch im Rahmen der sich mehr und mehr verschärfenden Wettbewerbssituation alles daran setzen, den Charakter eines katholischen Ordenskrankenhauses zu bewahren. Die Niederbronner Schwestern und die Barmherzigen Brüder sind sich einig in dem Ziel, auch weiterhin Patientinnen und Patienten in einem kirchlichen Krankenhaus eine anspruchsvolle, hoch qualifizierte ärztliche Versorgung und pflegerische Betreuung zu bieten, diese aufrecht zu erhalten und weiter auszubauen.

Nach einer fast acht Jahrzehnte währenden erfolgreichen Krankenhausarbeit in Schwandorf ziehen sich die Niederbronner Schwestern aus der unternehmerischen Verantwortung für das St. Barbara-Krankenhaus zurück. Gleichwohl werden die Schwestern im Krankenhaus und in der Bevölkerung präsent bleiben. Die Gemeinschaft der Niederbronner Schwestern wird weiterhin auf dem Gelände wohnen und im Krankenhaus aktiv tätig sein, aus Altersgründen größtenteils ehrenamtlich.

Der Rückzug der Niederbronner Schwestern stellt für das St. Barbara-Krankenhaus eine Zäsur in seiner Geschichte dar. 1931 errichteten die ersten Schwestern auf dem früheren Gelände der Braunkohleindustrie ein neues Krankenhaus. Im Zweiten Weltkrieg blieb es weitgehend unzerstört und entwickelte sich nach dem Krieg stetig zu einer modernen Klinik der Grund- und Regelversorgung weiter. Heute verfügt es über knapp 250 Betten mit den Hauptabteilungen Unfall- und Orthopädische Chirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Anästhesie und Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie und Gastroenterologie sowie zahlreichen Belegabteilungen und eine Berufsfachschule für Krankenpflege.

Sr. Marie Petra Beck, Provinzoberin der Niederbronner Schwestern, und Frater Emerich Steigerwald, Provinzial der Barmherzigen Brüder, danken allen Schwestern, die in den vergangenen Jahrzehnten segensreich gewirkt und gearbeitet haben. Dieser Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des St. Barbara-Krankenhauses, der gesamten Ärzteschaft und allen Kooperationspartnern, verbunden mit der Bitte, auch unter der alleinigen Trägerschaft der Barmherzigen Brüder das Begonnene weiterzuführen in Verantwortung gegenüber der gesamten Dienstgemeinschaft und vor allem zum Wohl der Kranken.

Ansprechpartner:
Johann Singhartinger, Provinzialat der Barmherzigen Brüder, Telefon 089/1793-107, E-Mail: redakteur@barmherzige.de